BUND Ortsverband Hofheim am Taunus
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Lichtverschmutzung


Die dunkle Jahreszeit hat begonnen. Mit den kürzeren Tagen wächst oft der Wunsch nach gemütlicher Beleuchtung im Außenbereich. Ob Garten, Balkon oder Fassade – überall gehen Abends die Lichter an. Doch während wir es uns drinnen behaglich machen, hat die künstliche Helligkeit draußen oft Schattenseiten für die Natur.

Lichtverschmutzung: Eine unsichtbare Gefahr für die Tierwelt

Künstliche Lichtquellen greifen massiv in das natürliche Gleichgewicht ein. Besonders nachtaktive Tiere leiden unter dem Licht in unseren Gärten und Wohngebieten:

 Orientierungsverlust in der Luft:Fassadenbeleuchtungen, die oft weit bis in den Himmel strahlen, verwirren Vögel und Fledermäuse. Auch Zugvögel werden auf ihren nächtlichen Wegen durch den Lichterschein gestört und vom Kurs abgelenkt.

 Todesfalle für Insekten:Viele Insekten werden magisch von künstlichen Lichtquellen angezogen. Sie umkreisen die Lampen bis zur Erschöpfung und sterben schließlich im Lichtstrahl.

 Gefahr für den Igel:Beleuchtete Flächen werden von Igeln oft gemieden, da sie sich dort ungeschützt fühlen. Das schränkt ihren Aktionsradius bei der Nahrungssuche stark ein.

Kaltweiß vs. Warmweiß: Die Wahl des richtigen Lichts

Wusstest du, dass kaltweißes Licht für die Tierwelt am schädlichsten ist? Es enthält hohe Blauanteile, die den biologischen Rhythmus stark stören. Wenn eine Gartenbeleuchtung zur Dekoration unverzichtbar ist, greife am besten zu warmem, rötlichem Licht. Dieses ist für nachtaktive Tiere deutlich schonender.

4 Tipps für eine tierfreundliche Beleuchtung

1. Gezielt nach unten strahlen: Achte darauf, dass Lampen nach oben hin abgeschirmt sind. Vermeide es unbedingt, in Bäume, Sträucher sowie Brut- und Schlafplätze von Vögeln zu leuchten.

2. Bewegungsmelder nutzen:Eine durchgehende Dauerbeleuchtung ist selten nötig. Bewegungsmelder sorgen für Sicherheit, wenn man das Licht wirklich braucht, lassen den Garten ansonsten aber im dunklen Ruhezustand.

3. Timer stellen: Schalte dekorative Lichter spätestens zu Beginn der Nachtruhe ab.

4. Mut zur Dunkelheit: Frag dich vor der Anschaffung oder dem Einschalten: Brauche ich wirklich einen Garten, der die ganze Nacht erleuchtet ist?
 

Nicht nur für Tiere – Auch der Mensch profitiert

Ein deutlicher Tag-Nacht-Rhythmus ist nicht nur für die Natur essenziell. Auch unser eigener Körper benötigt die natürliche Dunkelheit der Nacht, um Melatonin zu produzieren und einen gesunden, erholsamen Schlaf zu finden.

Indem wir künstliches Licht im Außenbereich reduzieren, schützen wir also nicht nur Igel, Vogel und Co., sondern tun auch unserer eigenen Gesundheit etwas Gutes.

Lassen wir der Natur ihre Nacht!