Igel
Der Braunbrustigel:
Ein nützlicher Nachbar in Not
Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) ist einer unserer bekanntesten Gartenbewohner. Doch was viele nicht wissen: Der Igel ist in Deutschland mittlerweile auf die Vorwarnliste der bedrohten Tierarten gerückt. Dank seiner Anpassungsfähigkeit lebt er heute oft in direkter Nachbarschaft zum Menschen. Mit seinem markanten Stachelkleid und seinem unermüdlichen Appetit auf Schädlinge ist er ein faszinierender und nützlicher Gast, den man vor allem in der Dämmerung beobachten kann.
Steckbrief: Aussehen und Merkmale
Auf den ersten Blick erkennt jeder einen Igel, doch seine Biologie ist voller Besonderheiten:
- Stachelkleid: Ein ausgewachsener Igel trägt etwa 5.000 bis 7.000 Stacheln. Diese dienen als effektiver Schutz gegen Feinde wie Dachse oder Uhus.
- Einrollmechanismus: Bei Gefahr rollt sich der Igel mithilfe eines speziellen Ringmuskels zu einer fast unbezwingbaren Stachelkugel zusammen.
- Schnauze: Er besitzt eine bewegliche, feuchte Nase und einen ausgezeichneten Geruchssinn, mit dem er Beute unter der Erde oder in dichtem Laub aufspürt.
- Füße: Igel haben fünf Zehen an jedem Fuß mit kräftigen Krallen, die ideal zum Grabben und Klettern sind.
Lebensweise und Lebensraum
Der Igel ist ein Einzelgänger und dämmerungs- sowie nachtaktiv. Er meidet offenes Gelände und bevorzugt strukturreiche Landschaften wie Hecken, Gebüsche, naturnahe Gärten und Waldränder. Hier findet er nicht nur Nahrung, sondern auch Schutz. Tagsüber schläft er in Nestern aus Laub und Gras, die er in dichten Hecken oder unter Holzstapeln errichtet. Von etwa November bis März hält er Winterschlaf, um die nahrungsarme Zeit zu überbrücken.
Ernährung
Igel sind Insektenfresser und wahre „Gartenpolizisten“. Ihre Speisekarte umfasst vor allem:
- Laufkäfer und deren Larven
- Regenwürmer
- Ohrwürmer
- Spinnen und Asseln
- Gelegentlich Schnecken (entgegen der weitläufigen Meinung sind diese jedoch oft nur eine Notlösung und können Parasiten übertragen)
Bedrohung und Schutz
Obwohl der Igel ein Kulturfolger ist, ist er zunehmend bedroht. Die größten Gefahren sind:
- Verlust von Lebensraum: „Aufgeräumte“ Gärten ohne Laub und Totholz bieten weder Nahrung noch Unterschlupf.
- Gefahrenquellen im Garten: Mähroboter (besonders nachts!), Pestizide (Schneckenkorn), tiefe Schächte und engmaschige Zäune werden oft zur tödlichen Falle.
- Straßenverkehr: Jedes Jahr kommen unzählige Igel bei der Suche nach Nahrung oder Partnern auf unseren Straßen ums Leben.
- Insektensterben: Durch den Rückgang von Insekten finden Igel oft nicht mehr genug Nahrung, um sich die nötigen Fettreserven für den Winterschlaf anzufressen.
Wie kann man helfen?
- Garten naturnah gestalten: Lassen Sie Laub- und Reisighaufen in einer ruhigen Ecke liegen. Sie sind die perfekten Winterquartiere.
- Durchlässe schaffen: Sorgen Sie für kleine Öffnungen in Gartenzäunen (ca. 10x10 cm), damit Igel von Garten zu Garten wandern können.
- Verzicht auf Chemie: Nutzen Sie keine Insektengifte oder Schneckenkorn.
- Vorsicht bei der Gartenarbeit: Verzichten Sie auf Mähroboter in der Dämmerung und prüfen Sie Gebüsche vor dem Zurückschneiden auf schlafende Igel.
- Tränken aufstellen: Eine flache Schale mit frischem Wasser hilft Igeln besonders an heißen Tagen (Bitte niemals Milch geben, diese führt zu tödlichem Durchfall!).
Tag des Igels (2. Februar)
Infos des BUND Hessen
Igel-Seite Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
Was jeder tun kann. Tipps für Herbst und Winter
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