BUND Ortsverband Hofheim am Taunus
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Schwalben zählen

Schwalben: Die flinken Glücksbringer Einst galten sie als Boten des Frühlings und Schutzgeister des Hauses. Doch die eleganten Flugkünstler, die uns den Sommer über mit ihrem Gezwitscher begleiten, finden in unserer modernen Landschaft immer seltener geeignete Lebensbedingungen.

Aussehen: Meister der Lüfte
In Hofheim begegnen uns vor allem zwei Arten: 

Die Rauchschwalbe erkennt man gut an ihrer kastanienroten Kehle und den langen, tief gegabelten Schwanzspießen. 

Die Mehlschwalbe hingegen ist etwas kleiner, hat eine rein weiße Unterseite und einen markanten weißen Bürzel (Rückenpartie über dem Schwanz). Beide besitzen einen stromlinienförmigen Körper und lange, spitze Flügel – perfekt angepasst an ein Leben fast ausschließlich in der Luft.

Lebensweise: Treue Rückkehrer aus dem Süden
Schwalben sind Langstreckenzieher, die den Winter im tropischen Afrika verbringen. Pünktlich im April kehren sie zu uns zurück, oft genau an den Ort, an dem sie im Vorjahrgebrütet haben. Während Rauchschwalben ihre offenen Lehmnester bevorzugt im Inneren von Ställen oder Scheunen bauen, nisten Mehlschwalben in Kolonien außen an Gebäuden direkt unter dem Dachvorsprung.

Speiseplan: Natürliche Schädlingsbekämpfer
Schwalben sind wahre Vielflieger und jagen ihre Beute – ausschließlich Fluginsekten wie Mücken, Fliegen und Blattläuse – direkt im Flug. Ein einziges Schwalbenpaar fängt während der Aufzucht einer Brut zigtausende Insekten und leistet so einen wertvollen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht.

Gefährdung und Schutz: Jedes Nest zählt
Beide Arten stehen heute auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Sie leiden unter dem Mangel an Insekten, der Versiegelung von Feldwegen (fehlendes Baumaterial für Nester) und der Sanierung von Gebäuden, bei denen Einfluglöcher verschlossen werden.

Hier in Hofheim ruft der BUND regelmäßig zur Schwalbenzählung auf, um die Bestände zu erfassen und gezielt Schutzmaßnahmen zu fördern. Wer helfen möchte, kann künstliche Nisthilfen anbringen oder in Trockenperioden Lehmpfützen für den Nestbau feucht halten. Denken Sie daran: Schwalben und ihre Nester sind gesetzlich streng geschützt.


1. Mai bis 31. August: Mitmach-Aktion: Schwalben zählen

Schwalben zählen für das Projekt ADEBAR der HGON: Hilf mit und melde uns besetzte Schwalbennester!

Zur Erstellung eines neuen Deutschen Brutvogelatlas' (ADEBAR 2) hilft der BUND Ortsverband Hofheim der HGON (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz) bei der Erfassung der Hofheimer Schwalbenbestände.

Die HGON koordiniert die Beobachtungen und Auswertungen der neuen bundesweiten Kartierung von Brutvögeln in Hessen und möchte diese „Volkszählung der Vögel“ zu einer großen hessischen Gemeinschaftsaktion für alle Interessierten machen.

Um die Beobachtungen möglichst überall im Land durchführen zu können, benötigte sie die Hilfe aller Vogel- und Naturinteressierten. Bundesweit wird das Projekt vom Dachverband Deutscher Avifaunisten DDA organisiert, dessen hessischer Mitgliedsverband die HGON ist.

Die Aktiven der Hofheimer BUND Ortsgruppe unterstützen tatkräftig bei der Schwalbenkartierung hier vor Ort.

Bitte sendet den Standort eurer Nester (gerne Adresse und gps-Daten) sowie eure Kontaktdaten an info(at)bund-hofheim.de.

Wir freuen uns auf eure Unterstützung!


Gemeinsam für den Erhalt unserer Schwalben

Schwalben sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt – das gilt nicht nur für die Vögel selbst, sondern ausdrücklich auch für ihre Nester. Dennoch finden Mehlschwalben an modernen, glatten Fassaden kaum noch Halt, während Rauchschwalben durch verschlossene Ställe der Zugang zu traditionellen Brutplätzen verwehrt bleibt. 

So können Sie in Hofheim helfen

  • Nistplätze bewahren: Bestehende Nester dürfen auch außerhalb der Brutzeit nicht entfernt werden. Bei Sanierungen müssen Ersatzquartiere geschaffen werden.
  • Wohnraum schaffen: Durch das Anbringen von Kunstnestern helfen Sie dort, wo natürliches Baumaterial fehlt.
  • Baumaterial bereitstellen: Eine einfache Lehmpfütze im Garten unterstützt die Vögel beim Nestbau.
  • Toleranz zeigen: Mit Kotbrettern unter den Nestern lassen sich Verschmutzungen an Fassaden leicht vermeiden, ohne die Tiere zu stören. 

Artenschutz am Haus

Indem wir Lebensräume schützen und fördern, sorgen wir dafür, dass die flinken Jäger auch in Zukunft ein fester Teil unseres Stadtbildes bleiben.

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