Die Fledermaus
Bechsteinfledermaus BUND Fledermauszentrum Hannover
Heimische Fledermäuse sind klein und unscheinbar, die kleinste Art, die Zwergfledermaus, wiegt oft nur so viel wie ein Zuckerwürfel. Ihre Flügel sind eigentlich verlängerte Finger, die durch eine dünne Flughaut verbunden sind – daher der wissenschaftliche Name „Chiroptera“, was „Handflügler“ bedeutet.
Fledermäuse sind nachtaktive Insektenfresser, die eine unglaubliche Menge an Mücken, Käfern und Nachtfaltern vertilgen – oft bis zur Hälfte ihres eigenen Körpergewichts pro Nacht. Um sich im Dunkeln zu orientieren, nutzen sie die sogenannte Echoortung.
Sie stoßen Ultraschalllaute aus, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind, und erstellen aus den zurückgeworfenen Echos ein genaues „Klangbild“ ihrer Umgebung, um Hindernisse und Beute zu finden.
Ihre Lebensräume sind vielfältig. Tagsüber und für die Aufzucht ihrer Jungen (in sogenannten Wochenstuben) nutzen sie Quartiere in Baumhöhlen, Felsspalten, aber auch in Gebäuden wie Dachböden und Mauerritzen. Für den Winterschlaf suchen sie frostfreie Orte wie Höhlen, alte Stollen oder Keller auf, um die kalte, nahrungsarme Jahreszeit zu überdauern.
Besondere Lebensräume in Hofheim am Taunus
Auch in Hofheim finden diese faszinierenden Tiere wichtige Rückzugsorte.
Zwei besonders wichtige Habitate sind das FFH-Gebiet Galgenberg bei Diedenbergen und der Kapellenberg mit den angrenzenden Streuobstbeständen des faktischen Vogelschutzgebietes Bauerlöcher Wiesen / Vorderheide 2.
Das FFH-Gebiet Galgenberg bei Diedenbergen wurde speziell aufgrund des Vorkommens der streng geschützten Bechsteinfledermaus ausgewiesen.
Diese Art, die sich hauptsächlich in alten Laubwäldern aufhält, nutzt die Wochenstubenquartiere in diesem Gebiet zur Aufzucht ihrer Jungen. Auch die Umgebung insbesondere der Wald rund um das faktische Vogelschutzgebiet Vorderheide 2 gilt als ein besonderer Lebensraum, in dem die Bechsteinfledermaus und 12 weitere Fledermausarten heimisch sind.
Hauptgründe für ihre Gefährdung
Obwohl Fledermäuse gesetzlich geschützt sind, sind viele Arten bedroht. Die Hauptursachen für den Rückgang sind:
Lebensraumverlust: Alte, höhlenreiche Bäume werden gefällt und artenreiche Landschaften schwinden.
Mangel an Quartieren: Durch Gebäudesanierungen, bei denen Fassaden und Dächer abgedichtet werden, verschwinden viele Spalten und Ritzen, die als Sommerquartiere dienen. Auch Winterquartiere werden oft verschlossen oder gestört.
Nahrungsmangel und Vergiftung: Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft reduziert nicht nur die Insektenpopulation, sondern reichert die Gifte auch in der Nahrungskette an, was Fledermäuse schwächt oder tötet.
Windkraftanlagen: Fledermäuse kommen häufig durch Kollisionen mit den Rotorblättern von Windrädern ums Leben.
Wie Sie Fledermäusen helfen können
Jeder kann einen Beitrag zum Schutz der Fledermäuse leisten:
Schaffen Sie Lebensräume: Gestalten Sie Ihren Garten naturnah. Pflanzen Sie einheimische, nachtblühende Pflanzen, die Insekten anlocken. Ein naturbelassener Teich kann ein wichtiger Jagd- und Trinkplatz sein.
Verzichten Sie auf Gifte: Meiden Sie Pestizide und Insektizide in Ihrem Garten, um die Nahrungsgrundlage der Fledermäuse zu sichern.
Stellen Sie Quartiere bereit: Hängen Sie Fledermauskästen an Bäumen oder Hauswänden auf oder belassen Sie kleine Ritzen an Fassaden, wenn dies sicher möglich ist.
Melden Sie Fledermausfunde: Wenn Sie ein hilfloses oder verletztes Tier finden, fassen Sie es nicht mit bloßen Händen an (wegen des Risikos einer Infektion) und kontaktieren Sie eine lokale Fledermausschutzorganisation (wie den NABU oder BUND).
Erfahren Sie mehr über Hofheims Fledermäuse auf einer unserer Fledermausführungen
Termine geben wir hier bekannt.
Mehr zu Fledermäusen erfahrt ihr hier:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND Fledermauszentrum Hannover