BUND Ortsverband Hofheim am Taunus
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Naturnahe Gärten für Artenvielfalt statt Rasen und Schotter

Ein Garten ist weit mehr als nur Rasen und Hecke. In Hofheim bilden unsere Privatgärten zusammen eine riesige Fläche, die über das Überleben vieler Tierarten entscheidet. Mit unserer Aktion „Naturnah gärtnern“ laden wir dich ein, Teil eines grünen Netzwerks zu werden – ganz ohne Expertenwissen, aber mit großer Wirkung.

Hofheim gärtnert naturnah: Werde zum Artenretter vor der eigenen Haustür

In Zeiten von Rekordhitze und Insektensterben zählt jeder entsiegelte Quadratmeter. Ein naturnaher Garten kühlt die Umgebung, speichert Regenwasser und bietet Nahrung, wo früher nur Steinwüste war.

So machst du mit: Drei Schritte zu deinem Naturgarten

1. Flächen befreien: Entsiegeln statt Aufheizen

Schottergärten und versiegelte Flächen sind biologische Totzonen und heizen unsere Stadt unnötig auf.

• Deine Aktion: Prüfe, welche Flächen (Einfahrten, Wege, Terrassen) wirklich versiegelt sein müssen. Ersetze Steinplatten durch wasserdurchlässige Fugen oder Rasengitter.

• Der Effekt: Das Regenwasser versickert direkt vor Ort, füllt das Grundwasser auf und sorgt durch Verdunstung für natürliche Kühlung im Sommer.

2. Vielfalt pflanzen: Heimisch ist Trumpf

Insekten sind Spezialisten. Eine exotische Thuja-Hecke oder gefüllte Prachtblumen bieten ihnen weder Pollen noch Nektar.

• Deine Aktion:  Setze bei Neupflanzungen konsequent auf heimische Wildstauden (z. B. Natternkopf, Glockenblume) und Sträucher (z. B. Kornelkirsche, Liguster).

• Der Effekt: Du schaffst eine Tankstelle für Wildbienen und Schmetterlinge, die an unsere regionalen Pflanzen angepasst sind.

3. Strukturen schaffen: Mut zur "wilden Ecke"

Ein „aufgeräumter“ Garten bietet kaum Verstecke. Die Natur liebt Nischen.

• Deine Aktion: Lass in einer Ecke Laub und Totholz liegen. Schichte Steine lose zu einem Haufen auf oder lege eine kleine, flache Wassertränke an.

• Der Effekt: Igel finden Winterquartiere, Eidechsen sonnen sich in den Steinritzen und Vögel finden Baumaterial und Trinken.

 

Eine echte Hecke lebt! 

In Hofheim setzen wir auf heimische Wildsträucher. Wir zeigen, was Du für die lebendige Vielfalt in Deinem Garten tun kannst.

 

Werde Teil der Hofheimer Saatgutbibliothek! 

Natur ausleihen, Vielfalt säen: Entdecke Hofheims grüne Schätze und lass unsere Region gemeinsam aufblühen. Werde Teil eines Kreislaufs, der unsere heimische Pflanzenwelt schützt und lebendig hält. Hier gibt es mehr Informationen.

Naturnah gärtnern - Informationen und Tipps zum downloaden

Tödliche Falle für Taubenschwänzchen

Checkliste: Mein Hofheimer Naturgarten

Schritt für Schritt zu mehr Vielfalt vor der eigenen Haustür.

Nutze diese Liste, um deinen Garten oder Balkon auf den Prüfstand zu stellen. Du musst nicht alles auf einmal umsetzen – jede kleine Veränderung zählt!

1. Entsiegelung & Boden (Klimaschutz)

  • Weg mit dem Schotter: Hast du Schotterflächen oder unnötige Pflastersteine entfernt?
  • Wasserdurchlässigkeit: Sind Wege mit Kies, Rindenmulch oder Rasengittersteinen angelegt, damit Regenwasser versickern kann?
  • Kein Gift: Verzichtest du konsequent auf chemische Dünger, Pestizide und torfhaltige Erde?

2. Pflanzenwahl (Nahrungsquelle)

  • Heimische Stauden: Blühen bei dir Pflanzen wie Glockenblume, Natternkopf, Flockenblume oder Malve?
  • Blühfolge: Hast du Pflanzen ausgewählt, die vom zeitigen Frühjahr (z. B. Krokus, Salweide) bis in den späten Herbst (z. B. Astern, Fetthenne) Nahrung bieten?
  • Heimische Wildsträucher: Hast du statt Thuja oder Kirschlorbeer lieber Kornelkirsche, Schlehe oder Wildrose gepflanzt?

3. Strukturen & Lebensräume (Wohnraum)

  • Wilde Ecke: Darf in einem Bereich des Gartens das Gras höher wachsen oder Brennnesseln stehen bleiben?
  • Totholz & Laub: Hast du einen Haufen aus Ästen oder Laub in einer ruhigen Ecke als Winterquartier für Igel und Erdkröten?
  • Steinhaufen: Gibt es eine sonnige Stelle mit lose aufgeschichteten Steinen für Eidechsen und Insekten?
  • Tränke: Steht eine flache Wasserschale (mit Steinen als Landeplatz) für Vögel und Insekten bereit?

4. Sanfte Pflege (Artenschutz)

  • Sensen statt Häckseln: Mähst du seltener und lässt Teile der Wiese stehen, bis die Blumen verblüht sind?
  • Verblühtes stehen lassen: Lässt du vertrocknete Stängel über den Winter stehen? (In den hohlen Stängeln überwintern viele Insektenlarven!)
  • Licht aus: Verzichtest du auf nächtliche Gartenbeleuchtung, um nachtaktive Insekten und Fledermäuse nicht zu stören?

Dein Ergebnis:

1-4 Haken: Ein guter Anfang! Such dir für die nächste Saison ein neues Projekt aus der Liste aus.

5-8 Haken: Dein Garten ist bereits ein wichtiger Trittstein für die Hofheimer Tierwelt.

Mehr als 9 Haken: Herzlichen Glückwunsch! Du bewirtschaftest eine echte kleine Arche. Erzähl deinen Nachbarn davon und inspiriere sie zum Mitmachen!