BUND Ortsverband Hofheim am Taunus
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Eine echte Hecke lebt! In Hofheim setzen wir auf heimische Wildsträucher

Vergiss Kirschlorbeer, Thuja oder den Doppelstabmattenzaun mit Plastik-Sichtschutz. Eine echte Hecke lebt! In Hofheim setzen wir auf heimische Wildsträucher, die nicht nur Sichtschutz bieten, sondern als „Arche“ für hunderte Tierarten dienen.

Während exotische Pflanzen für unsere heimischen Insekten und Vögel wertlos sind, bietet eine Wildstrauchhecke das ganze Jahr über Nahrung, Schutz und Nistplätze. Hier erfährst du, wie du deine grüne Grenze ökologisch wertvoll gestaltest.

Die „Hofheimer Mischung“: Unsere Pflanzempfehlung

Für eine Hecke, die zu jeder Jahreszeit einen anderen Akzent setzt, empfehlen wir eine Mischung aus diesen fünf robusten, heimischen Arten:

1. Kornelkirsche (Cornus mas): Der Frühstarter. Ihre gelben Blüten im März sind die erste wichtige Nahrung für hungrige Wildbienen nach dem Winter.

2. Schwarzer Holunder (Sambucus nigra): Der Allrounder. Duftende Blüten im Juni für Insekten und vitaminreiche Beeren im Spätsommer für Vögel (und Menschen!).

3. Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Der Hingucker. Wunderschöne weiße Blütenbälle und leuchtend rote Beeren, die bis weit in den Winter hinein Nahrung bieten.

4. Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare): Der Klassiker. Er ist fast wintergrün, bietet also auch in der kalten Jahreszeit Sichtschutz, und ist ein Magnet für Nachtfalter.

5. Hundsrose (Rosa canina): Die Wehrhafte. Ihre Dornen bieten Vögeln Schutz vor Katzen, ihre Hagebutten sind ein lebenswichtiger Vorrat für den Spätwinter.

Schritt-für-Schritt: So pflanzt du deine Wildhecke

1. Der richtige Zeitpunkt

Pflanze am besten im Spätherbst (Oktober bis November). So können die Sträucher über den Winter anwurzeln und im Frühjahr kraftvoll austreiben. Alternativ ist eine Pflanzung im zeitigen Frühjahr vor dem Blattaustrieb möglich.

2. Platzbedarf und Abstände

  • Freiwachsend: Eine Hecke, die man kaum schneiden muss, benötigt ca. 1,5 bis 2 Meter Breite.
  • Abstand: Setze die Sträucher in einem Abstand von 60 bis 80 cm zueinander. Pflanze idealerweise in zwei versetzten Reihen (Zickzack-Muster), wenn Du einen dichten Sichtschutz anstrebst.

3. Das Einpflanzen

  • Hebe ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so groß ist wie der Wurzelballen.
  • Lockere den Boden am Grund des Lochs mit einer Grabgabel auf.
  • •etze den Strauch so tief ein, wie er zuvor in der Baumschule stand.
  • Fülle das Loch mit Erde auf, tritt diese leicht fest und forme einen kleinen „Gießrand“ aus Erde.

4. Angießen und Mulchen

  • Gieße jeden Strauch direkt nach dem Pflanzen mit ca. 10 Litern Wasser an: „Einschlämmen“.
  • Decke den Boden unter den Sträuchern mit Laub ab. Das hält die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt unerwünschten Bewuchs.

Profi-Tipp: Weniger Arbeit, mehr Natur

Heimische Hecken sind pflegeleicht. Ein Rückschnitt ist meist nur alle paar Jahre nötig.

Wichtig: Bitte schneide deine Hecke niemals zwischen dem 1. März und dem 30. September, um brütende Vögel nicht zu stören (gesetzlicher Brutvogelschutz!).