Der Frühling ist in vollem Gange und mit ihm beginnt die Zeit, sich zu überlegen, was denn dieses Jahr im Garten blühen soll.
Die gelbe Nachtkerze (Oenothera tetragona) zeichnet sich aus durch eine hohe Leuchtkraft. Und jeden Sommerabend findet ein kleines Naturschauspiel statt, wenn sich innerhalb von 10 Minuten die einzelnen Blüten öffnen. Bei Nachtschwärmern sind die lieblich duftenden Blüten sehr beliebt.
Nun gibt es aber auch die Variante mit rosa Blüten (Oenothera speciosa). Auch sie ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet. Das Problem bei ihr ist, dass Taubenschwänzchen, die tagaktiven Kolibiris unter den Schmetterlingen, mit ihrem langen Rüssel in der Blüte stecken bleiben und sich nicht mehr von selbst befreien können. Sie bleiben in der Blüte hängen und sterben ermattet.
Dieses Phänomen ist leider nicht neu. Bereits 2006 wurde erstmals in einem deutschen Gartenforum darüber berichtet. Die Nachtkerze ist leider nicht die einzige Pflanze, die zur tödlichen Falle für die Taubenschwänzchen wird. Das Gleiche geschieht bei den Arten Mandevilla, früher Dipladenia genannt und Araujia, die auch unter dem Namen Folterpflanze bekannt ist.
Obwohl diese Tatsache also schon seit 20 Jahren bekannt ist, sind diese Pflanzen immer noch für den Garten frei käuflich und werden teilweise sogar als insektenfreundlich angepriesen.
Sollten Sie also in Ihrem Gartencenter eine solche Pflanze sehen, machen Sie einen großen Bogen um sie herum oder noch besser, teilen Sie ihr Wissen mit dem Personal. Im besten Fall wird diese Pflanze aus dem Programm genommen oder bekommt zumindest ein Warnschild.