BUND Ortsverband Hofheim am Taunus
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Waldbaden in Hofheim: Eintauchen in die grüne Lunge des Taunus

Hektik im MTZ, Pendelverkehr auf der A66 oder einfach der digitale Dauerbeschuss im Alltag – unser Leben in der Main-Taunus-Region ist oft schnell getaktet. Doch direkt vor unserer Haustür liegt ein hocheffektives „Anti-Stress-Mittel“: der Wald. Der BUND Hofheim lädt Sie ein, den Wald nicht nur als Kulisse für den nächsten Jogginglauf zu sehen, sondern ihn beim Waldbaden (Shinrin-Yoku) ganz neu zu erfahren.

Foto Annette Bernjus

Was ist Waldbaden eigentlich?

Der Begriff stammt aus dem Japanischen (Shinrin-Yoku) und bedeutet so viel wie „Eintauchen in die Waldatmosphäre“. Es geht dabei nicht um sportliche Höchstleistung oder das Erreichen eines Wanderziels. Vielmehr ist es ein bewusstes, verlangsamtes Verweilen zwischen den Bäumen, bei dem wir unsere Sinne weit öffnen.

Warum ist es so gesund?

Es ist keine Esoterik, sondern biologisch messbar. Bäume kommunizieren über Botenstoffe, sogenannte Terpene. Wenn wir diese einatmen, reagiert unser Körper unmittelbar:

* Stressabbau: Das Cortisollevel im Blut sinkt spürbar.

* Immunsystem: Die Anzahl der körpereigenen Killerzellen steigt an.

* Herz-Kreislauf: Blutdruck und Puls stabilisieren sich.

> „Der Wald ist die Apotheke Gottes.“ – Dieses alte Sprichwort wird heute durch moderne Forstmedizin belegt.

 

Tipps für Ihr persönliches Waldbad in Hofheim

Ob im Kapellenwald, rund um den Meisterturm oder im tieferen Stadtwald Richtung Lorsbach – so gelingt der Einstieg:

* Handy aus: Lassen Sie die digitale Welt am Waldrand zurück.

* Tempo drosseln: Gehen Sie so langsam, dass Sie fast stehen bleiben. Achten Sie auf den weichen Boden unter Ihren Füßen.

* Die 5-Sinne-Checkliste:

* Sehen: Welche Grüntöne entdecken Sie im Moos?

* Hören: Raschelt das Laub oder singt ein Buchfink?

* Riechen: Wie duftet der Boden nach einem Regenguss?

* Fühlen: Tasten Sie vorsichtig die Rinde einer alten Buche ab.

* Schmecken: Genießen Sie die kühle, klare Waldluft.

Unser Engagement: Den Wald schützen, um darin baden zu können

Waldbaden funktioniert nur in einem intakten Ökosystem. Der BUND Hofheim setzt sich aktiv für den Erhalt unserer heimischen Wälder ein. Klimawandel und Trockenheit setzen besonders unseren Fichten- und Buchenbeständen zu.

Was wir tun:

* Einsatz für eine naturnahe Waldwirtschaft ohne Kahlschläge.

* Schutz alter Baumbestände als wertvolle Sauerstoffspender und CO2-Speicher.

* Aufklärungsarbeit über die Bedeutung der Biodiversität vor unserer Haustür.

 

Möchten Sie gemeinsam mit uns die Natur in Hofheim bewahren?

Besuchen Sie uns bei unseren Treffen oder unterstützen Sie unsere Projekte für einen gesunden, wilden Wald. Denn nur ein geschützter Wald kann uns die Erholung schenken, die wir so dringend brauchen.

BUND Ortsverband Hofheim

Natur erleben. Natur erhalten.

 

Achtsamkeit unter Kronen: Waldbaden mit dem BUND Hofheim und Annette Bernjus

Foto Annette Bernjus

Der Wald vor unserer Haustür ist weit mehr als eine Holzressource oder eine Wanderkulisse – er ist ein Ort der Heilung. Um dieses Potenzial für die Bürgerinnen und Bürger in Hofheim erlebbar zu machen, bietet der BUND Hofheim regelmäßig geführte Waldbaden-Veranstaltungen an.

Besonders freuen wir uns, hierfür eine der profiliertesten Expertinnen auf diesem Gebiet gewonnen zu haben: Annette Bernjus.

Mit Expertin Annette Bernjus den Wald neu entdecken

Annette Bernjus ist als zertifizierte Kursleiterin für Waldbaden und Autorin weit über die Grenzen des Main-Taunus-Kreises hinaus bekannt. Ihre Arbeit basiert auf der Überzeugung, dass die Verbindung zur Natur eine der stärksten Kraftquellen für den modernen Menschen ist.

In den Veranstaltungen des BUND Hofheim führt sie die Teilnehmer sicher weg vom Alltagstrott und hinein in die Stille. Dabei geht es nicht um bloßes Spazierengehen, sondern um eine gezielte Anleitung zur Entschleunigung.

Was Sie bei der Veranstaltung erwartet:

Ein gemeinsamer Vormittag mit dem BUND und Annette Bernjus ist eine Einladung an Ihr Nervensystem, in den Ruhemodus zu schalten. Das Programm umfasst:

• Sanfte Achtsamkeitsübungen: Techniken, um das Gedankenkarussell zu stoppen.

• Sensorische Impulse: Gezielte Übungen, um die feinen Nuancen des Waldes mit allen Sinnen wahrzunehmen.

• Wissensvermittlung: Kurze, spannende Einblicke in die biologischen Wirkweisen der Terpene (Wald-Botenstoffe).

• Stille-Phasen: Momente des bewussten Alleinseins im Wald, professionell begleitet.

Warum bietet der BUND Hofheim dies an?

Für uns als Naturschutzverband gehört der Schutz des Waldes und das Wohlbefinden der Menschen untrennbar zusammen. Wer den Wald als Ort der persönlichen Erholung und Gesundheit wertschätzt, wird sich auch mit mehr Leidenschaft für seinen Schutz einsetzen.

 

„Man liebt nur, was man kennt, und man schützt nur, was man liebt.“ (Konrad Lorenz)

 

Durch das Waldbaden schaffen wir eine emotionale Brücke zur Natur. In Zeiten, in denen der Hofheimer Stadtwald durch Hitze und Trockenheit unter Druck steht, möchten wir zeigen, wie schützenswert dieses Ökosystem gerade für uns Menschen ist.

Termine und Anmeldung

Unsere Veranstaltungen mit Annette Bernjus finden im Hofheimer Stadtwald statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, um die Ruhe und die Intensität des Erlebnisses zu gewährleisten.

 

Termine werden hier unter Termine bekannt gegeben.

 

Rückblick: Waldbaden beim Frühlingserwachen

Foto Tanja Lindenthal

Hofheim, 15. März 2026 – Während die Natur um uns herum ihre winterliche Ruhe abstreift, durften wir unter der fachkundigen Leitung der bekannten Naturpädagogin und Autorin Annette Bernjus ein ganz besonderes Highlight erleben: Ein Vormittag im Zeichen des „Frühlingserwachens“ im Hofheimer Stadtwald.

Ankommen im Hier und Jetzt

Schon nach den ersten Metern wurde klar: Dieses Mal lassen wir das Tempo des Alltags am Waldrand zurück. Beim Waldbaden (Shinrin Yoku) ging es nicht um Kilometer oder sportliche Ziele, sondern um das bewusste Ankommen. Unter Annettes Anleitung verwandelte sich der Wald von einer bloßen Kulisse in einen lebendigen Raum voller kleiner Wunder.

Ein Fest für die Sinne

Die Gruppe lernte, den Fokus ganz auf das Detail zu richten. Es war faszinierend zu beobachten, wie sich die Wahrnehmung schärft, wenn man sich die Zeit nimmt:

• Das Auge fing das fast neonfarbene Hellgrün der frisch austreibenden Buchenblätter ein – ein Leuchten, das es so nur für wenige Tage im Jahr gibt.

• Das Ohr tauchte ein in das vielstimmige Konzert der Singvögel, die den Frühling lautstark begrüßten.

• Die Nase nahm den würzigen, erdigen Duft des Waldbodens auf, der nach dem Regen die Lebensgeister weckt.

Die Strategie der Natur

Ein besonderer Moment des Innehaltens war die Begegnung mit den jungen Himbeerblättern. Was auf den ersten Blick nur zart und weich erschien, offenbarte beim vorsichtigen Ertasten seine wahre Natur: Während die Oberseite samtig weich ist, zeigen die Blattadern an der Unterseite bereits feine, winzige Stacheln. Ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass auch das zarteste Frühlingsgrün bereits bestens gerüstet und geschützt in das neue Lebensjahr startet.

Gesundheit, die man atmen kann

Neben den sinnlichen Eindrücken vermittelte Annette Bernjus spannendes Wissen über die Terpene. Diese Botenstoffe der Bäume sind der Grund, warum wir uns im Wald so schnell regenerieren – sie stärken nachweislich unser Immunsystem und senken das Stresslevel. Trotz der relativen Nähe zur Stadt breitete sich eine tiefe, wohltuende Ruhe in der Gruppe aus.

Fazit:

Wir danken Annette Bernjus herzlich für diese wunderbare, fachkundige Führung. Sie hat uns einmal mehr gezeigt, welchen Schatz wir mit unserem Stadtwald direkt vor der Haustür haben. Wir freuen uns bereits auf das nächste Mal, wenn es wieder heißt: „Eintauchen und Aufatmen“.