Spitzwegerich Foto Jasmin Neelmeier-Sangnier
Der König der Wege
Wer bin ich? Erkennungsmerkmale
Der Spitzwegerich ist einer der bekanntesten Vertreter der fast 200 Wegericharten. “Rich” heißt König, weshalb er, wie auch seine zwei Brüder, der Mittlere und der Breite Wegerich, auch König der Wege genannt wird.
Man findet ihn an fast allen Wegen, Wegrändern und Wiesen. Der Boden sollte idealerweise nährstoffreich, mittelschwer und eher kalkarm sein
Die Blätter sind lanzettlich geformt, und wachsen in einer Rosette am Boden, sie haben einen glatten Rand und sind leicht behaart. Sie sind schmal, länglich, stillos und werden bis zu 20 cm lang. Leicht zu erkennen sind sie durch 5–7 Rippen an der Blattunterseite.
Der Stängel ist blattlos und kantig, die Blüte ist weiß-braun mit eher unscheinbaren Blütenblättern.
Blütezeit ist von April bis August, der ausgereifte Samen kann bis Oktober geerntet werden.
Inhaltsstoffe: Aucubin, Gerbstoffe, Germanium, Kalium, Kieselsäure, Schleimstoffe, Vitamin B, Vitamin C, Zink, Zirkon
Gesundheit
Die moderne Pflanzenheilkunde benutzt den Spitzwegerich wegen seines Schleim-, Gerbstoff- und Kieselsäuregehaltes als Hustenmittel. Es wurden auch gewisse antibiotische Wirksamkeiten bestätigt. Ein Spitzwegerich-Sirup ist besonders für Kinder geeignet.
In der Volksmedizin ist die äußerliche Anwendung – hierzu wurden vorwiegend der mittlere und der breite Wegerich benutzt – weltweit verbreitet. Die frischen Blätter wurden frisch oder zu Brei zerdrückt auf Wunden, Geschwüre und Entzündungen gelegt. Finnland: um das Blut zu stillen, die Wunde zusammenzuziehen und den Eiter zu entfernen. Indigene Völker: Kompresse auf Geschwüre, feingehackte Blätter auf Bienenstiche und Schlangenbisse. Brasilien: Blätter gegen Augenentzündungen.
Spitzwegerichtee: Bronchitis, Asthma, Lungentuberkulose, bei Blutarmut und Schwindsucht. Gegen Zahnschmerzen sollen Wegerichwurzeln helfen.
Von Chefköchen und GenießerInnen
In der Küche kann man die jungen Spitzwegerichblätter für Kräuterquark, Salatwürze oder als Kräutergemüse benutzen. Die Blütenstände mit leckerem Pilzaroma können roh gegessen, gedünstet oder in Öl eingelegt werden.
Die Samen kannst du herauslösen, roh essen oder getrocknet über Salate und Müsli streuen. Stubenvögel freuen sich auch über die Samen.
Die schmackhafte Wurzel wird von Oktober bis April geerntet und mit anderem Wurzelgemüse gekocht.
Von Hexen und Medizinmännern
Als Abwehrmittel gegen Zauberei galt der Wegerich ebenfalls. Hildegard von Bingen empfahl einen kräftigen Einlauf, um sich von „angezauberter Liebe“ freizumachen. Da der Wegerich als Wegbegleiter so oft getreten wird und in so engen Kontakt mit den Füßen kommt, sollte er auch gegen Fußleiden helfen. Dazu legte man sich Blätter in die Schuhe gegen Fußmüdigkeit. Gegen Drüsenleiden hängte man sich eine Wurzel um den Hals.