Schafgarbe Foto: Monika Auth
Heil der Welt - Heilpflanze des Jahres 2004
Erkennungsmerkmale
Die Schafgarbe (Achillea millefolium) gehört zu in der Familie der Korbblütler. Die mehrjährig krautigen Pflanzen bringen das ganze Jahr über grüne Blätter hervor und erreichen eine Wuchshöhe von bis zu 80 cm. An ihren bis zu 50 cm langen Rhizomen bilden sich Überdauerungsknospen, was der Pflanze ein Überwintern unter Laub ermöglicht. Sie hat mehrfach gefiederte, farnartige Blätter, die so charakteristisch sind, dass man die Pflanze kaum verwechseln kann. Aufgrund dieser markanten Blätter nennt man sie auch die „Augenbraue der Venus“. Beim Zerreiben verströmen sie einen zarten aromatischen Duft.
Die Blütezeit der Schafgarbe erstreckt sich von Juni bis Ende Oktober und die Blüten erscheinen in den Farben weiß, leicht gelblich und rosa.
TIPP: Schafgarbe verhindert im Gemüse- oder Kräuterbeet Krankheiten der Nachbarpflanzen und ist zudem eine bodenheilende Pflanze. In Nachbarschaft von Duftpflanzen erhöht sie deren Intensität.
Von Chefköchen und Genießerinnen
Am besten nutzt man die jungen zarten Blätter. Später werden sie hart und schmecken bitter. Die Schafgarbe hat einen sehr würzigen Geschmack und eignet sich daher vor allem als Zutat für Kräutersalze, Nudelteig, Kräuterbutter, Brotaufstriche oder kleingehackt in Salate.
Die Blüten werden zum Aromatisieren von Getränken und zum Herstellen von Kräuterlimonaden genutzt..
Neben dem Gundermann war auch die Schafgarbe Bestandteil der Gründonnerstagssuppe, der sogenannten Neun-Kräuter-Suppe.
Von Hexen und Medizinmännern
Die Schafgarbe wirkt entspannend, schmerzlindernd und krampflösend. Aufgrund ihrer blutstillenden, wundheilenden und zusammenziehenden Wirkung, wurde sie in Kriegszeiten zum wichtigsten Mittel bei der Wundversorgung.
Schon im Altertum war Schafgarbe als besonderes Frauenheilkraut bekannt. Hildegard von Bingen setzte sie bei schwacher, unregelmäßiger, aber auch bei zu starker Menstruation ein.
Auch heute noch sind die Anwendungsmöglichkeiten vielseitig - Schafgarbe kann als Tee, Öl oder Tinktur genutzt werden; man kann darin ein Vollbad nehmen oder als kurz gekochtes Kraut auf eine Wunde legen.
Spiel, Orakel und Zauber
Wenn eine Frau bei Vollmond eine Schafgarbe vom Grab eines jungen Mannes pflückt und diese unter das Kopfkissen legt, so soll sie von ihrem Zukünftigen träumen.
Ihre Wurzel wurde als Talisman getragen, um hellsichtig zu werden.
Die Schafgarbe steht wegen ihrer weißen Blüten für Reinheit, Heilung, Liebe und Weiblichkeit. Sie ist der Göttin Freyja und auch Venus geweiht.
Von ihrem Wesen her hilft die Schafgarbe u.a. bei Wahrnehmungsstörungen, fördert die Intuition sowie die Traumarbeit und unterstützt das Hervorbringen von Visionen.