BUND Ortsverband Hofheim am Taunus
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Pflanzenportrait Löwenzahn

Foto Eva Litzius

Aktivierend und schmackhaft

Wer bin ich? Erkennungsmerkmale

Der gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum officinalis) gehört in die große Familie der Korbblütler. Er ist eine mehrjährige, bis 40 cm hohe Pflanze. Die Wurzel ist rübenartig und kann bis zu 30 cm lang werden. Die Blätter erscheinen in einer grundständigen Rosette, verschieden groß und unregelmäßig gezähnt. Die einzelnen Blütenköpfe haben einen langen hohlen Stängel. Die Körbchenblüten setzen sich aus bis zu 150 Zungenblüten zusammen. Aus jeder Einzelblüte entsteht ein Samen, der mit kleinen Flugschirmen weite Wege zurücklegen kann. Der Stängel enthält einen weißen Milchsaft. Hauptblütezeit ist April/Mai. 

Gesundheit

In der Naturheilkunde gilt der gewöhnliche Löwenzahn als verdauungsfördernd, stoffwechselanregend, harntreibend und vorbeugend gegen Nierensteine. Er wird bei Magen-Darm-Beschwerden, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit oder bei Leber- und Gallenbeschwerden eingesetzt.

Die Löwenzahnwurzel kann positiv auf den Hormonhaushalt wirken. Dies ist auf ihre Fähigkeit zurückzuführen, die Leber bei der Entgiftung zu unterstützen. Eine gesunde Leber ist wichtig für die Regulierung von Hormonen wie Östrogen und Testosteron.

Löwenzahn stimuliert das Haarwachstum und stärkt die Kopfhaut, ist super gegen Schuppen und gut bei fettigem Haar, gibt aber gleichzeitig schönen Glanz. Kann auch bei unreiner und sensibler Haut hilfreich sein.

Von Chefköchen und GenießerInnen

Die gelben Blüten eignen sich zur Herstellung eines honigähnlichen Sirups oder Gelees mit OrangeZitrone und Zucker als Brotaufstrich

Die jungen, nur leicht bitter schmeckenden Blätter können als Löwenzahnsalat verarbeitet werden (Österreich: „Röhrlsalat“). 

Im Herbst geerntete junge Wurzeln roh geraspelt im Salat oder gekocht bereichern mit herbem Geschmack. Aus der getrockneten und gerösteten Wurzel der Pflanze wurde in den Nachkriegsjahren ein Ersatzkaffee hergestellt.

Weitere Gourmet-Tipps: 

Spinatähnliches Gemüse

Knospen ergeben Gemüse oder eingelegt Kapern

Blüten: stoffwechselanregender Wein oder Likör

Blüten in Honig eingelegt ergeben leuchtendgelben Tee

Pesto

Smoothie

Muffins und anderes Gebäck, süß oder herzhaft

Von Hexen und Medizinmännern

Der Löwenzahn hat im Volksmund viele Namen. Den Namen Bettpisser hat er durch seine harntreibende Wirkung bekommen. An Bartholomäi (Nacht vom 23. Auf den 24.8./ Pariser Bluthochzeit, Hugenottenkriege) werden 7 bis 9 Wurzeln ausgegraben und als Amulett um den Hals getragen, dieses soll gegen Augenerkrankungen helfen. Hängt man Löwenzahnblätter auf, um den Zahnschmerz zu lindern, so verschwindet dieser, sobald die Blätter getrocknet sind. Warzen vertreibt man, indem man den Milchsaft am dritten Tage des abnehmenden Mondes anwendet.
Wünsche gehen in Erfüllung reibt man sich den Körper mit Löwenzahn ein.
Wer die ersten 3 Löwenzahnknospen isst, soll das ganze Jahr über gesund bleiben.
Der Löwenzahn spielte eine bedeutende Rolle im Leben der Wikinger, sowohl als Heilkraut in der Kräuterkunde als auch als Symbol für Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit.

Foto Sylvia Passler
Löwenzahn Foto Tanja Lindenthal