BUND Ortsverband Hofheim am Taunus
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Pflanzenportrait: Mädesüss

Foto Jasmin Neelmeier-Sangnier

Die Königin der Wiesen

Erkennungsmerkmale

Mädesüß ist in fast ganz Europa verbreitet. Man findet die Pflanze auf feuchten Wiesen, Gräben, Bachufern und Moorwiesen. Sie liebt einen nährstoffreichen Boden. Blütezeit ist von Juni bis August. 

Die mehrjährige Pflanze kann bei günstigen Bedingungen bis zu zwei Meter hoch werden. Sie gehört in die Familie der Rosengewächse. Der Stängel ist aufrecht, kantig rötlich überlaufen. Die Blätter sind gefiedert mit 5-11 gezähnten Fiederblättchen. Oberseits sind die Blätter dunkelgrün, unterseits hellgrün und auch gerne weißfilzig behaart. Mädesüß bringt einen dichten reichhaltigen, cremeweißen Blütenstand von betörendem Duft hervor. Der Duft erinnert sehr an Honig. Entsprechend hoch ist die Beliebtheit bei allen Insekten. 

Inhaltsstoffe: etwas ätherisches Öl, Flavonglykoside sowie Salicylsäureverbindungen. Speziell diese Verbindungen haben ihr den Beinamen „Wiesenaspirin“ eingetragen. Der pharmazeutischen Industrie ist in Weiterentwicklung dieser Grundstoffe ein wirksames Schmerzmittel gelungen. 

Gesundheit

Hauptsächlich wird Mädesüß für seine entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften geschätzt; es ist hilfreich zur Unterstützung bei Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden und leichten Verdauungsproblemen (als Magenbitter zur Förderung der Verdauung oder Linderung von Blähungen).  Darüber hinaus kann der Duft der Blüten stimmungsaufhellend wirken.

Da es in fast ganz Europa verbreitet ist war es schon unseren Vorfahren vertraut. In der Volksmedizin wurde das Kraut als krampflösend, harn- und schweißtreibend eingesetzt. Die Verwendung bei Fieber, Erkältungskrankheiten und rheumatischen Beschwerden ist durch die in der Pflanze vorhandenen Salicylsäureverbindungen gerechtfertigt. In der heutigen Pflanzenheilkunde wird Mädesüß nicht mehr verwendet, da die Inhaltsstoffe doch sehr schwankend sein können. Im Übrigen ist – wie immer bei Anwendung von Heilpflanzen – im Zweifel eine Fachberatung angebracht. 

Von Chefköchen und GenießerInnen

Mädesüß kann auch in der Küche kleine Akzente setzen. Dabei nutzt man vorwiegend die frisch blühenden Dolden, die ein angenehm süß-würziges, honigartiges Aroma besitzen. Das passt gut zu Desserts, erfrischenden Sommergetränken oder als aromatische Note in Sirupen. Die Blüten enthalten neben duftenden ätherischen Ölen auch Flavonoide und andere sekundäre Pflanzenstoffe, die geschmacklich und gesundheitlich wertvoll sind. Ganz junge, weiche Blätter können auch erntefrisch als Würzkraut zu Salaten oder Gemüsegerichten beigemischt werden. 

Die alten Germanen benutzten Mädesüß zum Würzen von Bier und anderen Getränken, lange bevor Hopfen bekannt war. Imker rieben ihre Beuten (Bienenkörbe) innen mit Mädesüß aus. Es sollte vielleicht die Sammelfreude der Bienen unterstützen. 

Von Hexen und Medizinmännern

In manchen Gegenden wurde Mädesüß in der Sonnwendnacht gesammelt und als Schutzmittel ins Gebälk oder Ställe gehängt. In Dänemark diente sie zur Erkennung eines Diebes. 

Da sie in der Zeit der Sommersonnwende blüht war sie lange ein beliebtes Heilkraut und Bestandteil des Kräuterbuschen, der in der Zeit um Maria Himmelfahrt zusammengestellt wurde. Gegen Ende des 19. Jahrhundert ist dieser Brauch in Vergessenheit geraten. 

In der Symbolik steht sie für Höhepunkt des Wachstums, Scheidepunkt der Entwicklung und Neuanfang.