Ergebnisse der gemeinsamen Auftaktveranstaltung von BUND Ortsverband Hofheim und Kreisstadt Hofheim am Taunus zur Rettung der Erdkröten an der Viehweide am 26.01.2026
Der vom BUND Ortsverband Hofheim (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und der Kreisstadt Hofheim am Taunus ausgesprochenen Einladung zur Auftaktveranstaltung „Rettung der Erdkröten an der Viehweide“ am Montag, 26.01.2026 um 19.00 Uhr in den Rathausanbau sind viele am Naturschutz interessierte Bürger und Bürgerinnen gefolgt. Der Informationstermin für Familien mit Kindern am 07.02.2026 wird aufgehoben. Es bleibt bei dem Folgetermin 28.02.2026.
Zum Start der Amphibienschutzsaison informierten der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands) Ortsverband Hofheim und die Stadt Hofheim am Taunus gemeinsam am Abend des 26.01.2026 über die bevorstehende geplante Rettung der Erdkröten an der Viehweide (auf die vom BUND Hofheim und der Stadt Hofheim gemeinsam am 05.01.2026 veröffentlichte Pressemitteilung wird hierzu ergänzend hingewiesen).
Nach der Begrüßung und Einleitung durch den Ersten Stadtrates der Stadt Hofheim Daniel Philipp folgte trug die Vorstandssprecherin des BUND Hofheim, Frau Tanja Lindenthal, Wissenswertes über die Biologie und Lebensweise der Erdkröte (bufo bufo) mit dem besonderen Bezug zum Hofheimer Stadtwald vor. Im Anschluss erläuterte Stadtwaldförster Leif Leonhardt die Funktionsweise der Schutzzäune, die die Erdkröten bei ihrer Wanderung davor bewahren sollen, die Straße zu überqueren und überfahren zu werden. Die Organisation der Rettungsaktion wurde besprochen, die Aufbau- und Abbauzeiten der Schutzzäune, das Umsiedeln der Tiere und dessen korrekte Handhabung.
Anschließende Fragen der Bürgerinnen und Bürger wurden zu ihrer Zufriedenheit geklärt. Viele erklärten sich bereit, bei der Krötenrettungsaktion mitzumachen und sich hierzu in die dazu von BUND Hofheim und der Stadt Hofheim vorbereiteten Kalender einzutragen.
Leider können aus organisatorischen Gründen die Schutzzäune erst in der ersten Februarwoche fertigerrichtet werden. Auch ist aufgrund der kalten Witterung damit zu rechnen, dass die Krötenwanderung erst im Laufe des Februars beginnt. Aus diesem Grunde wurde der für Samstag, den 07.02.2026, vorgesehene Informationstermin für Familien mit Kindern aufgehoben. Es bleibt jedoch bei dem Folgetermin, Samstag, 28.02.2026, zu dem alle Familien mit Kindern eingeladen sind, sich über die Erdkröte und ihre Relevanz für das heimische Ökosystem zu informieren und eigenhändig zu erfahren, was Eltern und Kinder selbst tun können, um Teil des Krötenretterteams des BUND Hofheim zu werden. Die Krötenrettungsaktion beginnt, sobald die Schutzzäune stehen. Hierüber wird die Stadt Hofheim informieren.
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Die jährliche Rettungsaktion zwischen dem 01.02. und dem 31.05. an der Straße unterhalb der Gaststätte Viehweide ist ein unverzichtbarer Beitrag zum Artenschutz vor Ort. Ohne die helfenden Hände vieler Ehrenamtlicher wäre die Population der Amphibien stark gefährdet. Die Stadt Hofheim hat mit Fördermitteln des Main-Taunus-Kreises dafür einen Schutzzaun errichtet, die Mitarbeiter der Stadt und die Aktivisten des BUND sammeln die Tiere in Eimern ein und bringen sie sicher auf die andere Straßenseite zu den Laichgewässern.
Näheres zur Erdkröte und den Aufgaben rund um den Krötenzaun und den Terminen zur öffentlichen Krötenrettung für Familien finden Sie unter www.bund-hofheim.de .
Wenn Sie den BUND beim Krötenretten unterstützen wollen oder Interesse am Kinderbuch zur Erdkrötenrettung haben, melden Sie sich gerne unter info(at)bund-hofheim.de
Hintergrund:
Erdkröten spielen eine wichtige Rolle im heimischen Ökosystem. Sie ernähren sich zum Großteil von Käfern, Springschwänzen, Spinnen, Fliegen, Ameisen und Tausendfüßlern.
Ihrerseits dienen sie Waschbären, Mardern, Katzen, Schlangen und einigen Raben- und Greifvögeln als Nahrung. Jungtiere fallen auch Singvögeln und großen Laufkäfern zum Opfer. Die Kaulquappen werden von Raubfischen wie dem europäischen Hecht oder dem Flussbarsch erbeutet oder von Parasiten tödlich befallen.
Erdkrötenbestände werden insbesondere durch die Zerschneidung ihrer Lebensräume mittels Straßen bedroht. Bei ihren alljährlichen Wanderungen, insbesondere vom Winterquartier zum Laichgewässer und später von dort zum Sommerlebensraum, erleiden sie überall in Mitteleuropa hohe Verluste durch den Kraftfahrzeugverkehr.
Ein großes Problem sind auch die Gullys der öffentlichen Straßenentwässerung. Frösche, Kröten und Molche gelangen durch die Schlitze der Kanaldeckel in die Schächte und werden über das Abwassernetz verdriftet oder verenden im Schmutzfangkorb – spätestens dann, wenn der Unrat abgepumpt wird.
Die Rettungsaktion der Erdkröten an der Viehweide in Hofheim ist für den BUND Hofheim eine zentrale und lebenswichtige Aufgabe im lokalen Naturschutz. Die Notwendigkeit dieser Aktion ergibt sich aus zwei wesentlichen Faktoren:
Das Laichgewässer an der Viehweide ist für die Population der Erdkröten, die in den umliegenden Wäldern überwintern, von existenzieller Bedeutung. Jedes Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen und der Regen einsetzt, beginnen die Kröten ihren Weg zurück zu ihrem Geburtsgewässer, um dort abzulaichen.
Anfang dieses Jahres wurden dabei an einem Tag über 150 Erdkröten an der Viehweide überfahren.
Der BUND Hofheim engagiert sich, um die lokale Biodiversität zu erhalten. Die Erdkröte ist zwar derzeit nicht vom Aussterben bedroht; sie steht gemäß Bundesnaturschutzgesetz unter besonderem Schutz und ist im Anhang IV der EU-Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie gelistet.
Durch die Errichtung des Krötenschutzzaunes und das tägliche Einsammeln der in den Fangeimern gefallenen Tiere gewährleistet die Kreisstadt Hofheim am Taunus mit Hilfe des Hofheimer BUND, dass die Tiere sicher das Laichgewässer erreichen. Ohne diesen intensiven, ehrenamtlichen Einsatz würde die Population massiv dezimiert, was das ökologische Gleichgewicht in Hofheim stören würde. Die Aktion ist somit ein direkter Beitrag zur Arterhaltung und zum Schutz eines wichtigen Gliedes im heimischen Ökosystem.