BUND Ortsverband Hofheim am Taunus
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Pflanzenporträt: Der Gundermann

Pflanzenportät: Der Gundermann

Der Gundermann – aromatisch und durchsetzungsfähig

Gundermann Foto Jasmin Neelmeier-Sangnier

Erkennungsmerkmale

Der Gundermann (Glechoma hederacea L) gehört wie die Pfefferminze zur großen Familie der Lippenblütler. Die angenehm herb-würzig riechende Pflanze breitet sich mit ihren immergrünen, kriechenden Ausläufern am Boden aus und siedelt sich gerne unter Hecken, an Zäunen, auf feuchten Wiesen und lichten Wäldern an. Der lateinische Name «hederacea» bedeutet «efeuartig», was sich auf den flachausbreitenden Wuchs mit bis zu ein Meter langen Ranken bezieht. 

In den Blattachselnder nierenförmigen Blätter wachsen von März bis Juni die bläulich violetten Blüten, deren Unterlippen dunkelrot gefleckt sind.

Von Chefköchen und Genießerinnen

Will man Gundermann für die Zubereitung von Speisen verwenden, kann man sowohl die jungen Blätter wie auch die Blüten nutzen. Gundermann gibt Gerichten dank seines pikanten, leicht scharfen und bitteren Geschmacks eine interessante Note, die sich insbesondere in sommerlichen Salaten und als Zutat für Kräuterbutter gut macht. 

Nach altem Brauch war der Gundermann der Bestandteil einer kräftigen Kräutersuppe, die man am Gründonnerstag zubereitete, der sogenannten Neun-Kräuter-Suppe.

Von Hexen und Medizinmännern

Der Gundermann regt Blase und Niere sowie den Stoffwechsel an und wirkt entzündungshemmend und schleimlösend. Und nicht zuletzt verbirgt sich im Namen Gundermann ein Hinweis, wofür er früher gebraucht wurde. Der Begriff Gund stammt aus dem Althochdeutschen und wird mit Beule oder Eiter gleichgesetzt – Gundermann ein Kraut gegen Entzündungen und Abzesse. 

Auch heute noch sind die Anwendungsmöglichkeiten vielseitig - Gundermann kann als Tee, Öl oder Tinktur genutzt werden; man kann darin ein Vollbad nehmen oder getrockneten Gundermann (wie Schnupftabak) durch die Nase einziehen (gegen Kopfweh).

Spiel und Zauber

Der stark aromatischen Pflanze wurden mystische Kräfte zugesprochen. Dem Volksglauben nach wohnt im Gundermann ein guter Geist, der Hof und Vieh vor Unheil schützt. So war es üblich, dass Bauern die erste Frühlingsmilch durch einen Gundermannkranz molken in der Hoffnung, das Milchvieh bleibe vor Hexenzauber verschont.

Fotos Jasmin Neelmeier-Sangnier
Foto Eva Litzius
Foto Eva Litzius