Foto Jasmin Neelmeier-Sangnier
Körperliche Erscheinung
Fichten können ein Alter von 600 Jahren und eine Höhe von 60 m erreichen.
Als Pionierbaum vermag sie auf verarmten, sogar feuchten und verdichteten Böden zu gedeihen. Sie kann im Gebirge, an Moorrändern und in Auen wachsen. Temperaturen von -60°C kann sie überleben, indem sie ihre Zellen mit Kohlenhydraten anreichert. Hitze hingegen verträgt sie schlecht.
Durch ihre immergrünen Nadeln, welche alle 7 Jahre erneuert werden, vermag sie schon im zeitigen Frühjahr Fotosynthese zu betreiben. Beide Blütengeschlechte sitzen am Baum. Ihre Zapfen hängen an den Zweigen und werden mit den reifen Samen fallen gelassen.
Als robuster, schnellwachsender, hohe Biomasse produzierender Baum wurde sie zur Wiederaufforstung nach der Holznot im 18. Jahrhundert und den Weltkriegen im 19. Jahrhundert angebaut.
Das Holz findet Verwendung als Bauholz, Maibaum, Schiffsmast, zum Möbelbau, in der Zellulose-, Papier- und Kistenherstellung.
Extrahiertes Pech, Teer, Harz und Terpentin werden u.a. zum witterungsbeständig machen von Hölzern verwendet, zum versiegeln von Booten und als Brennstoff für Lampen.
Heilung
Fichtenharzsalbe kann bei Rheuma, Hexenschuss, Gliederschmerzen und Atemwegsinfekten verwendet werden. Sie wirkt durchblutungsfördernd, antibakteriell, schleimlösend und hustenlösend.
Räucherungen mit Holz, Nadeln oder Harz reinigen die Räume. Ebenso das ätherische Öl besitzt diese Eigenschaft.
Überlieferung
Im Hochgebirge, wo Fichten zu majestätischen Bäumen heranreifen können, zogen einst Männer mit Äxten wochenlang umher, um die Bäume abzuklopfen. Sie lauschten mit dem Ohr am Stamm, von langsam gewachsenen Fichten, nach einem Geräusch. Nur diese eigneten sich zum Geigenbau und versprachen den gewünschten Klang. Antonio Stradivari, Amanti oder Bergonzi suchten oder ließen suchen, auf diese Weise nach dem passenden Holz.
Seit 1870 ist der Brauch deutschlandweit verbreitet eine Fichte an Weihnachten aufzustellen, diese u.a. mit Lichtern, Süßigkeiten, Äpfeln, Nüssen, Gebäck und Schmuck zu dekorieren. Die Fichte ist ein Symbol für das immerwährende Leben, den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. Sie ist ein Sinnbild für Stärke.
Der Spruch „Einen in die Fichten führen“, bedeutet „jemanden hinters Licht führen“.
Inspiration
Die Fichte steht für die Zuversicht Kummer zu überwinden und sich neu auszurichten für das Leben. Sie schenkt innere Ruhe und Ausgeglichenheit, sowie neuen Elan und Selbstvertrauen zu entwickeln. Ihre Wirkung ist aktivierend auf unsere geistige und physische Kraft. Sie hilft Eindrücke zu verdauen und Lernerfahrungen zu verstehen.