BUND Ortsverband Hofheim am Taunus
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Baumportrait: Esche

Foto Jasmin Neelmeier-Sangnier

Körperliche Erscheinung :

 

Die Esche hat eine olivgrüne, nahezu glatte Rinde, welche im Alter borkig wird.

Ihre Knospen sind groß und schwarz ummantelt. Ihre Blüten sind kätzchenartig angelegt, bilden große Einzelblüten aus und blühen im April/Mai. Die Samen sind flache Flügelnüsschen, hängen in Bündeln und bleiben oft den Winter über am Baum hängen. Ihre Blätter sind unpaarig gefiedert und fein gezähnt. 

Die Esche liebt Standorte, welche mit Wasser gut versorgt, nährstoffreich und basisch sind. Sie wird bis 40m hoch, ist etwa mit 100 Jahren ausgewachsen und kann bis zu 300 Jahre alt werden. Ihr Holz ist fest, elastisch und dauerhaft. Es wird verwendet für Skier, Turngeräte, Ruder und Werkzeugstiele. Früher wurden aus Eschenholz auch Reifen, Leitern, Wagen und belastbare Werkzeuge hergestellt.

Sie ist licht belaubt im Vergleich zur dicht belaubten Buche. Sie liebt Licht, ist lichtdurchlässig und ihr Laub erzeugt ein funkelndes Lichtspiel. Ihr Blätter wurden gerne auch als Futter für das Vieh genommen.

Ihr Senkwurzelsystem, bestehend aus kräftigen, seitwärts wachsenden Hauptwurzeln und von dort abzweigenden, tiefreichenden Senkerwurzeln, ist gut im Boden verankert. Sie durchlüftet den Boden und lockert ihn auf. Im Wald steht sie oft mit Bergahorn und Ulme, an Bächen und Seen oft mit Weide und Schwarzerle in Gesellschaft .

 

Heilung:

 

Eschenzubereitungen wurden gegen Gicht und Rheuma eingesetzt.

Der „Eschengeist“ wurde aus Wachholderbeeren, Blättern der Esche, Melisse und Pfefferminze, sowie Alkohol hergestellt. Nach der Reifung konnte er zur Einreibung bei Muskelkater oder Rheuma angewendet werden.

 

Blätter, Rinde und Früchte wirken wassertreibend, abführend und blutreinigend.

Auf blutende Wunden wurde die Innenseite der Rinde zur Wundheilung aufgelegt und zur Desinfektion einer solchen.

 

Überlieferung:

 

In der nordischen Mythologie wurde die Frau aus der Ulme und der Mann aus der Esche geschaffen. Auch Odins Weltenbaum Yggdrasil war die Weltenesche.

 

In der griechischen Mythologie heiratete Melia, eine Esche, die Tochter Oceanos, den Flussgott Inachos. Ihr Kind Pheroneus war der erste Mensch.

Die Esche war der Sonne und dem Meeresgott Poseidon geweiht.

 

Man sprach der Esche macht über das Wasser zu. Die Kelten hatten den Brauch, in jedem Boot Eschenholz einzuarbeiten, damit es nicht sank. 

Druidenstäbe konnten aus Eschenholz sein. Mit diesem schützten sie vor der zerstörerischen Kraft des Wassers und beschworen Regen herauf.

 

Speere, seit der Eisenzeit, wurden bevorzugt aus Esche gefertigt. Das Holz ist zäh, elastisch, splittert nicht und ist sehr beanspruchbar. Griechen, Römer, Kelten, Germanen, alle kannten Speere, Bögen und Pfeile aus Eschenholz.

Der berühmteste Eschenspeer wurde vom Kentauren (halb Mensch, halb Pferd) Chiron gefertigt. Er fällte auf dem Berg Pelion in Thessalien, eine heilige Esche und stellte aus dem Holz den Speer her. Mit diesem tötete Achilles den trojanischen Helden Hektor.

 

Eine alte Volksweisheit besagt: „Kommt die Eiche vor der Esche, hält der Himmel große Wäsche. Kommt die Esche vor der Eiche, hält der Himmel große Bleiche.“

 

Bei den Algonkin, in Nordamerika, wird die Esche mit der Schöpfung in Verbindung gebracht. Der Erschaffer der Welt hatte einen Pfeil in eine Esche geschossen und auf diese Weise Mann und Frau erschaffen.

 

Inspiration:

 

Die Esche steht für Opferbereitschaft, Langmut, Herrschaft, Schutz und fördert Imagination, wagemutige Ideen, sowie Tatendrang. Sie hilft aus der Passivität mit  Ideen und Bildern. 

Als Baum der Verbindung, bringt sie schöpferische, männliche Sonnenstrahlen mit den fruchtbaren, empfangenden Wassern des Lebens zusammen. 

Sie verbindet die innere Welt mit der äußeren Welt, verbindet was im Dunkeln entsteht mit dem Licht und läßt uns innerlich wachsen.

Emotional heilsam wirkt sie auf verschlossene Menschen, welche ihre Gefühle nicht zeigen können.

Foto Jasmin Neelmeier-Sangnier