BUND Ortsverband Hofheim am Taunus
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Baumportrait: Birke

Foto Jasmin Neelmeier-Sangnier

Körperliche Erscheinung:

In ihrer Jugend hat die Birke eine rein weiße Rinde, im Alter springt die Rinde auf und wird schwärzlich, borkig. Betulin sorgt für die weiße Farbe der Rinde, diese schützt vor Tierfraß und wirkt Nässe unduchlässig. 

Die Birke wirkt hell und luftig. Sie bevorzugt helle, lichtdurchflutete Standorte und gehört zu den Pionierbäumen. Sie kann auf brachliegenden Flächen, sogar auf hartem Fels, armen Sand, als auch saurem Moor siedeln . Selbst harte Winter lassen sie ungerührt, da sie vor Kälte schützende Luftpolster in ihrer Rinde eingebetet hat. 

Ihr Wurzelwerk ist Flach und Pilze helfen ihr bei der Versorgung mit Mineralien. Ihre feinen Zweige sind sehr beweglich und wehen anmutig im Wind. Ihre Blätter sind oval bis trapezförmig, feingesägt und zugespitzt. Birkenholz ist zäh, elastisch, leicht, fault aber schnell. Die Rinde hingegen ist dauerhaft und durch den enthaltenen Birkenteer auch im feuchten, frischem Zustand zum Feuerentfachen geeignet. Auch wurde ihre wasserabweisende Eigenschaft nutzbar, um Dächer zu bedecken, Kanus wurden damit gebaut, sowie u.a. Fackeln, Eimer, Leitern, Schuhe, Felgen, Deichseln und Behälter hergestellt. 

Die Birke erreicht ein Alter von maximal 120 Jahren und wird bis zu 30m hoch.

Ihre Sämlinge fliegen mit dem Wind und werden auf diese Weise weit verbreitet.

Die Birke bereitet und verbessert den Boden für andere Bäume vor.

Heilung und Nahrung:

Tee aus jungen Blättern oder Birkensaft, regen Galle, Leber, Nieren und Blase an. Sie wirken harntreibend, entzündungswidrig und leicht schweißtreibend. Sie ist ein altes Hausmittel gegen Wassersucht, Rheuma, Gicht, Arthritis, Nieren- und Blasensteine.

Birkensaft wird gerne zur Frühjahrskur, zur  Blutreinigung verwendet, um den Stoffwechsel anzuregen und zu entschlacken. 

Ihre tonisierende Wirkung belebt den Geist und bringt mehr Leichtigkeit.

  • Birkenkohle (Rückstand aus Birkenholz) kann bei Durchfall und Magen-Darm-Verstimmungen helfen.
  • Junge Frühjahrsblätter schmecken als Beigabe im Salat.
  • „Betula alba“ (Birke, in der Homoepathie) wirkt verjüngend, reinigend und tröstend. Sie bringt Lebenskraft und erfrischendes Licht in ein dunkles, altes oder krankes Umfeld.

Überlieferung:

  • In altem, europäischen Brauchtum, wurden Wiegen und Krippen aus Birkenholz geschnitzt, zum Schutz der Säuglinge vor schlechten „Einflüssen“.
  • Ein Besen aus Birkenreisig wurde an Silvester benutzt, um den Geist des alten Jahres aus dem Haus zu fegen und für das Neue Platz zu machen. Anschließend wurde er als „Schutzzauber“ über die Haustür gehängt.
  • Die Rune Berkana (Birke) steht für Mutterschaft, Kindheit und Schutz.
  • Die Birke ist der Baum des Frühlingsanfangs und auch ein Symbol für die wiederkehrende Vegetation. Am 2. Februar „Lichtmess“ wurde das Wiedererwachen des Lichtes gefeiert mit einer Birke.
  • Bei den Kelten galt die Birke als Neuanfang und stand am Anfang des Baumalphabetes.
  • Beim Richtfest für ein neues Haus wird eine Birke am Dachgiebel befestigt. Sie symbolisiert Stabilität, Schutz und eine glückliche Zukunft.
  • Der Maibaum, eine Birke, wird an Frühlingsfesten aufgestellt. Ursprünglich war die Nacht zum ersten Mai ein Fest für die Urmutter und die Vermählung mit dem Himmel, um die Fruchtbarkeit zu feiern, welche über das Land kam.
  • „Pfeffern“ stammt vom Frühlingsbrauch, mit Birkenzeigen geschlagen zu werden, um im Jahresverlauf vor Krankheiten geschützt zu sein.
  • Im nordasiatischen Raum ist die Birke stark mit der Kulturgeschichte der einzelnen Völker verwoben.

Inspiration:

Der Charakter der Birke ist mit dem Wind wehen, wieder vergehen und Platz für andere Bäume schaffen. Freundlich hellt sie die Einsamkeit dunkler und schwerer Plätze auf.

Die Birke symbolisiert die göttliche, nährende, schutzgebende Mutter der Liebe. Dargestellt in Gestalt von Frigga, Demeter, Aphrodite, Venus und Brigid. Sie streut fürsorglich über das weite Ödland ihre Samen aus und bringt mit ihrer Liebe neues Leben zurück. 

Sie ist auch ein Sinnbild für Jugendlichkeit, Leichtigkeit und Freude. Darüberhinaus bringt sie Körper, Geist und Seele in Einklang. Ihre Kraft stärkt unsere Intuition, schenkt uns Energie, tiefe Freude und Inspiration. Sie richtet uns von Innen heraus auf und hilft alten Ballast abzulösen.

Foto Jasmin Neelmeier-Sangnier